Ein Fall für die LOSEBlatt-Sammlung

B wie blühen

MEIN Usambaraveilchen. Ich widme ihm einen Orden für Treue. Es ist über 40 Jahre alt. Von meiner Lieblingstante zum 10. Geburtstag bekommen zog es vom Kinder- in mein 80er Jahre Jugendzimmer mit. Blühte und ruhte und blühte und ruhte. Irgendwann zog ich aus dem Jugendzimmer ins Wohnheim. Mein Usambara-Veilchen blieb. Und blühte und ruhte und blühte und ruhte und ruhte … Zwei Wohnheime und eine kurze Jugendzimmer-Episode später, ich zu ihm, laut! „Also entweder du blühst jetzt noch einmal und kommst mit, oder du fliegst raus!“  (Herzlos !)
                                                                                                                                           
ES BLÜHTE ! 

und zog, wie versprochen, mit in die 90Jahre erste eigene Wohnung, zwecks Heirat. Ein erstes Kind später mit ins eigene Haus. Blühte und ruhte und blühte und ruhte und … In immer und ewig der gleichen Erde, nie getauscht, nie gedüngt. In der unregelmäßigsten aller Reihenfolgen überhaupt beinahe verdurstet, beinahe ersäuft, beinahe verschattet. Bis, eine 2000er Jugendzimmerphase und Generation später, nur noch drei blassgelbgrüne Blätter an einem komplett freigelegten Wurzelstumpf vor sich hinwackeln. Ich, laut! „Also entweder … oder …!“  
Irgendwas in mir hat es nie übers Herz gebracht, dieses Pflänzchen auf den Kompost zu schmeissen. Ich musste es einfach versuchen! Ein finales Mal und diesmal richtig. Ich habe das letzte, halbwegs fest wirkende Blättchen abgeknipst. Es in ein Väschen in der Küche auf die Fensterbank gestellt, wo es hell und ungefähr gleichbleibend warm ist. Hätschel, tätschel, red, lieb, laut! Für den Rest reichen zwei Worte.

ES BLÜHT !

Mein Usambaraveilchen FOTO: Elisabeth Eberle 2019

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